Stärken kultivieren – auf die persönlichen Fähigkeiten und Talente setzen

erstellt am: 20.01.2015 | von: Heinz Wyssling | Kategorie(n): Berufschancen, Erfolg, Fähigkeiten, Karriere, Kompetenz, Lebensmotive, Selbstkompetenz, Selbstvermarktung, Talente

Unsere Talente sind wertvoll. Sie müssen sie entdecken und kultivieren. Viele Menschen haben aus Bescheidenheit Mühe die Frage: «Haben Sie Talent?» zu beantworten. Die eigenen Fähigkeiten explizit herauszustellen ist ungewohnt. Viele wissen aber auch gar nicht so genau, wo ihre individuellen Talente liegen. Muss ein Talent nicht etwas besonderes, etwas herausragendes sein?

Die Antwort ist Nein. Nicht immer sind Talente so augenfällig wie die motorische Begabung eines Balletttänzers oder das Ballgefühl eines Profifussballers. Wir alle besitzen jedoch besondere Fähigkeiten. Sie müssen Sie nur entdecken und kultivieren, damit sie sich voll entfalten können. Stellen Sie sich ein Klassentreffen vor nach 30 Jahren. Bei dem einen oder anderen haben wir bereits Mühe, den einstigen Mitschüler zu entdecken. Andere sind erstaunlich jung geblieben. Bei manchen wundern wir uns: Warum hat der blitzgescheite Schüler keine Karriere gemacht? Und wie hat derjenige, der oft schlechte Noten bekam, wenig motiviert war und oft schwänzte, es nur geschafft, als Unternehmer so erfolgreich zu werden? Eines der eindrücklichsten Beispiele die ich kenne, ist Brian Tracy. Kein Schulabschluss, keine Ausbildung, jahrelang Hilfsarbeiter und nahe am Absturz zum Sozialfall, mutierte zum erfolgreichsten Verkaufstrainer mit 6-stelligen Tagesgagen, siehe: www.briantracy.com

Die Erkenntnis: Manchmal fällt es demjenigen leichter, sein Talent zu erkennen und zu nutzen, der nicht im Überfluss und in vielen verschiedenen Bereichen damit gesegnet ist. Wer vermeintlich alles kann, dem fällt es dagegen oft schwer, sein Spielfeld zu finden und sich darauf zu konzentrieren. Das ist jedoch die Voraussetzung für ein erfolgreiches Leben.

Erfolgreiche Menschen leben Ihre Stärken

Die meisten von uns haben sich in der Schule mehr auf die Schwächen als auf die Stärken fokussiert. Ohne mathematische Fähigkeiten ist ein guter Schulabschluss schwer. Ohne mathematisches Talent bleiben wir auch mit Nachhilfe nur mathematisches Mittelmass. Das kann iAch aus eigener Erfahrung nur bestätigen. Auf der Basis unserer vielleicht sprachlichen, vielleicht kreativen oder handwerklichen Talente aber können wir besondere Leistungen vollbringen. Es gibt, nach Howard Gardner nicht eine, sondern multiple Intelligenzen, nämlich: die Sprachliche , die Musikalische, die Logisch-mathematische, die Räumlich-Abstrakte, die Körperlich-kinästhetische, die Intrapersonale, die Interpersonale, die Naturalistische und die Existenzielle Intelligenz.

Sprachliche Intelligenz: Die Fähigkeit, Sprache treffsicher einzusetzen, um die eigenen Gedanken auszudrücken und zu reflektieren. Auch die Fähigkeit, das Sprechen anderer zu verstehen, gehört zur sprachlichen Intelligenz. Berufe: DichterIn, SchriftstellerIn, JournalistIn, RechtsanwältIn, SprachwissenschaftlerIn, …

Musikalische Intelligenz: Die Fähigkeit, Musik zu komponieren oder zu spielen, ein besonderes Gefühl für Klang, Harmonie, Rhythmus und Intonation gehört dazu, ebenso eine entsprechende Hörfähigkeit. Berufe: MusikerIn, KomponistIn, DirigentIn, …

Logisch-mathematische Intelligenz: Die Fähigkeit, Schlussfolgerungen aufzustellen bzw. zu verstehen, mit Abstraktionen und Strukturen leicht umgehen zu können. Die logisch-mathematische Intelligenz bezeichnet auch die Fähigkeit mit Zahlen, Mengen und mentalen Operationen umzugehen. Berufe: WissenschaftlerIn, Computerfachleute, PhilosophIn, …

Räumliche Intelligenz: Die Fähigkeit, räumliche Zusammenhänge leicht zu erkennen und gedanklich umformen zu können. Sie geht einher mit einem stark ausgebildeten räumlichen Vorstellungsvermögen. Berufe: ArchitektIn, KünstlerIn, BildhauerIn, SchachspielerIn, SeefahrerIn, KartographIn, …

Körperlich-kinästhetische Intelligenz: Die Fähigkeit zu einer aussergewöhnlichen Beherrschung, Kontrolle und Koordination des Körpers und einzelner Körperteile. Berufe: SportlerIn, SchauspielerIn, TänzerIn, ChirurgAIn, …

Intrapersonale Intelligenz: Die Fähigkeit, seine Impulse zu kontrollieren, eigene Grenzen zu kennen und mit den eigenen Gefühlen klug umzugehen. Berufe: SchriftstellerIn, SchauspielerIn, KünstlerIn, …

Interpersonale Intelligenz: Die Fähigkeit, andere Menschen zu verstehen und mit ihnen einfühlsam zu kommunizieren. Berufe: TherapeutIn, PolitikerIn, LehrerIn, VerkäuferIn, …

Naturalistische Intelligenz: Die Fähigkeit, Lebendiges zu beobachten, zu unterscheiden und zu erkennen, sowie eine Sensibilität für Naturphänomene zu entwickeln. Berufe: BiologIn, FörsterIn, BotanikerIn, (Tier)ÄrztIn, …

Existentielle Intelligenz: Die neueste Intelligenz-Art. Sie wird auch als potentielle Intelligenz bezeichnet. Gardner versteht darunter die Fähigkeit, grundlegende Fragen der Existenz zu verstehen und zu durchdenken. Berufe: PhilosophIn, Ob diese Fähigkeit tatsächlich als unabhängige Intelligenzart gelten kann, bleibt weiterer Forschung überlassen.

Welche Arten der Intelligenz herrschen bei mir vor?

Jeder Mensch besitzt die verschiedenen Arten der Intelligenz in unterschiedlichem Maße. Sie können sich mit einem kleinen Test selbst einordnen. Sie können als LehrerIn diesen Test auch in Ihrer Klasse durchführen – Sie erhalten so einen guten Wegweiser für die Gestaltung Ihres Unterrichtes.

Zum MI-Selbsttest wählen Sie den untenstehenden Link. http://www.kooperatives-lernen.de/dc/netautor/napro4/appl/na_professional/parse.php?mlay_id=2500&mdoc_id=1000475v

Welche Intelligenz haben Sie?

Wenn das Bildungssystem dies berücksichtigt, dann gibt es keine dummen Kinder, denn mit jeder der erwähnten Intelligenz ist es möglich eine erfolgreiche Karriere zu machen. Schwächen sind nur dann zu bearbeiten, wenn sie zu einem karriere- oder lebenslimitierenden Faktor werden. Franz Beckenbauer wäre nicht der «Fussballkaiser» geworden wenn er anstelle des Fussballs-, Kraftsport-Training gemacht hätte. Erfolgreiche Menschen haben im wesentlichen zwei Fähigkeiten gemeinsam:

  • Sie kennen Ihr Spielfeld
  • Sie bleiben konsequent am Ball

 

Wie ist es bei Ihnen? «Würden Sie sagen, dass Ihr Job für Sie die ideale Tätigkeit ist, oder nicht?» Umfragen zeigen das 1/3 der Befragten mit Nein antworten. Was sind die Konsequenzen eines Neins für den Betroffenen, für das Unternehmen, für die Gesellschaft? Wenig erfreulich. Das geht auf Kosten der Gesundheit und erhöht das Risiko arbeitslos zu werden.

Wer nicht die Gelegenheit hat, seine Stärken auszuspielen, wird von Kollegen/-innen, Vorgesetzten und Kunden-/innen selten positives Feedback für seine Leistungen bekommen. Beförderungen gehen an einem vorbei. Erfolgserlebnisse bleiben aus, der Frust wird grösser, die Motivation kleiner und das fehlende Engagement führt zu geringer Produktivität. Ein schlechtes Geschäft für alle.

Es ist nie zu spät das eigene Potenzial zu entdecken.

Wir alle haben Talente. Manchmal sind es jedoch andere als diejenigen, die im Job gefordet sind. Was tun?

Eine frühzeitige Förderung ist auf jeden Fall sinnvoll. Es ist jedoch nie zu spät, die eigenen Potenziale auszuschöpfen. Eine Standortbestimmung in Zusammenarbeit mit einem Coach hilft, das Kompetenzportfolio zu erarbeiten und die Stärken, die individuelle Intelligenz zu konkretisieren. Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft haben Talente sowohl eine genetische als auch eine soziale Komponente. Zur letzteren zählen die Persönlichkeit und das Umfeld, der Sozialisationskontext in der Kindheit. Der soziale Kontext, das Erziehungsmilieu und -klima, kann helfen, Begabungen zu Stärken zu kultivieren. Sie können aber auch verschüttet, gar behindert werden. Stellen Sie sich die Frage: «Wer bin ich?» «Was treibt mich an?» «Was sind meine Lebensmotive siehe: http://www.hwyssling.ch/beratung-und-coaching. «Was kann ich?» «Und was kann ich tun, um meine Talente zu verfeinern, meine besonderen Fähigkeiten zu trainieren?».

Talent braucht Ziele: Wohin wollen Sie?

Wir sind das, was wir wiederholg tun (Aristoteles). Vorzüglichkeit ist daher keine Handlung, sondern eine Gewohnheit. Ein erfolgreiches Leben ist auf Talente gegründet und wird von Zielen geleitet. Dennoch scheitern viele auf dem Weg. Mangelnde Selbstdisziplin, zu wenig Einsatz und Fokussierung sind Gründe dafür. Ziele müssen attraktiv sind, nach dem SMART-Prinzip formuliert:

 pezifisch: Ziele müssen eindeutig definiert sein (nicht vage, sondern so präzise wie möglich).

M essbar: Ziele müssen messbar, überprüfbar sein (Messbarkeitskriterien)

A kzeptiert: Ziele müssen akzeptiert werden, dh. auch angemessen, attraktiv, anziehend, ausführbar

R ealistisch: Ziele müssen mit den vorhandenen Ressourcen erreichbar sein

T erminiert: Endtermin muss bekannt sein

SMART ist ein Akronym für „Specific Measurable Accepted Realistic Timely“ und dient z.B. im Projektmanagement, aber auch im Rahmen von Mitarbeiterführung und Personalentwicklung als Kriterium zur eindeutigen Definition von Zielen im Rahmen einer Zielvereinbarung. Ein Ziel ist nur dann S.M.A.R.T., wenn es diese fünf Bedingungen erfüllt. Bei konsequenter Anwendung von „SMART“ ergeben sich klare, mess- und überprüfbare Ziele. Ziele müssen Sie motivieren und Ihnen die Kraft und Zuversicht geben, die Hürden auf dem Weg, die Durststrecken zu überwinden. Ein Mentaltraining kann helfen, die positive Kommunikation mit sich selbst zu stärken. Das «Wollen», die Volition ist die treibende Kraft und unterstützt die Leistungsbereitschaft in Ihrem Leben. Sie gibt Ihnen Ausdauer und lässt Sie in manchen Situationen über sich hinauswachsen.

 

Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedInEmail this to someone


Kommentar schreiben

Kommentar

Newsletter abonnieren (Jederzeit wieder abbestellbar)